Aktuelles

Treffen der AG Heimatgeschichte im Kloster Frankenhausen

Am 22. September 2022 besichtigten wir das Kloster Frankenhausen und Teile des Außengeländes. Etwa 20 Interessierte hatten sich eingefunden, darunter auch eine an unserer Tätigkeit interessierte Frau, welche gleich ihren Aufnahmeantrag mitbrachte.

Eröffnet wurde das Treffen vom 1. Vorsitzenden, Matthias Jahn, welcher nach seiner Einführung an Herrn Klaus Fortenbacher übergab. Herr Fortenbacher ist Mitglied im Verein sächsischen Heimatschutz e.V., der zwei Gebäude des Komplexes besitzt und wieder aufbaut. Als Restaurator ist er zudem fachkundig, was alte Gebäude anbelangt. So konnte uns Herr Fortenbacher mit seinem umfangreichen Wissen, unterlegt mit alten Fotos (aus der Zeit um 1900), bei einer Führung beeindrucken.

Zuerst ein paar Jahreszahlen: Ursprünglich stand an dieser Stelle eine kleine Burg, welche 1276 von den Wettinern niedergebrannt wurde. 1292 entstand an der Stelle ein Zisterzienser-Nonnenkloster. Der Überlieferung nach kamen die Nonnen aus der Grünberger Gegend. Das Kloster brannte um 1410 nieder. Der spätere Gebäudekomplex war im Baustil des Rokokos errichtet. Etwa 1835 gab es ein Witwenhaus am Kloster. Direkt anliegend war eine Brennerei, welche das Braurecht besaß. Wand an Wand war eine Mühle, dessen Grundkörper heute noch steht. Sogar die (zugemauerte) Tür Richtung Mühlrad ist noch erkennbar. Von der Brennerei steht allerdings nur noch die Rückwand. Das Kloster selbst wurde belegbar auf den Grundmauern der Burg errichtet. Bei der Sanierung wurden hoch interessante Funde in einem zugeschütteten Kamin gefunden. Im Obergeschoss war wahrscheinlich eine Kapelle vorhanden, die eigentliche Kirche zu Frankenhausen (wurde wahrscheinlich vom Kloster mit genutzt) existiert noch heute in direkter Nähe. Sie wurde im 12. Jahrhundert errichtet und um 1729 im barocken Baustil in ihrer jetzigen Ausgestaltung umgebaut.  

Zur Klosteranlage gehören weitere, allerdings verfallene Gebäude. Sie befinden sich nicht mehr in den Händen der Stadt, der italienische Besitzer kümmert sich nicht darum. Die Stadt hat eine Notsicherung begonnen, deren Kosten von dieser, zumindest vorerst, zu tragen sind und dem Besitzer in Rechnung gestellt werden sollen.

Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst. Auf dem Gelände befand sich später ein Rittergut, einer der Besitzer war David Friedrich Oehler, der Begründer der Crimmitschauer Textilindustrie, der hier Merino-Schafe züchtete. 1945 kam es zur Enteignung, der Grundbesitz wurde an Neubauern aufgeteilt, später (bis zur Wende) residierte hier eine LPG.

Nach Abschluss der etwa einstündigen Führung bedankte sich unser Vorsitzender mit einem Präsent bei Herrn Fortenbacher für seine beeindruckende Wissensvermittlung. Im modern ausgebauten Obergeschoß der ehemaligen Klosterschule kam es bei Speise und Trank zu einem regen Austausch über das Gehörte. Im Anschluss führte uns Lutz Hanzig, 2. Vorsitzender und Organisator dieses Treffens, noch über das Außengelände. Hier existiert ein wunderschön gestalteter und sehr gepflegter Klostergarten, welchen ich ab und an aufsuche, um Ruhe und Besinnung zu finden. Lutz Hanzig erklärte uns Näheres zu den Gebäuden, wir erfuhren, dass das kleine und fast völlig verfallene Gebäude nahe der ehemaligen Mühle das Haus des Schäfers gewesen war.

Vorankündigung

Für den 9. Oktober, 13 Uhr, ist eine Führung mit Helge Klemm durch das Bahnhofsviertel geplant. Treffpunkt ist das ehemalige Kaufhaus Schocken, welches derzeit umfassend umgebaut wird, um seiner neuen Bestimmung gerecht zu werden.

Wie immer zum Abschluss: Wer Interesse hat, sich im Verein einzubringen, kann sich über das Kontaktformular auf der Homepage bei uns melden.

Uwe Griebsch

HVC im Kloster


Einladung zur Mitgliederversammlung

Am Mittwoch, dem 12. Oktober 2022, 18 Uhr, findet im Vereinssraum der Tuchfabrik Gebr. Pfau, Leipziger Straße 125, die diesjährige Mitgliederversammlung statt. Die Einladung ist bereits jedem Mitglied persönlich zugegangen. Wir legen Rechenschaft ab über die Vereinsarbeit des vergangenen Jahres und informieren über anstehende Veranstaltungen. Bitte überprüfen Sie im Vorfeld der Versammlung, ob Sie Ihren Jahresmitgliedsbeitrag (15 €, Ehepaare 20 €) bereits überwiesen haben.

Der Vorstand


Unsere Ausfahrt 2022 nach Tschechien

Becov

„Sind Sie der Chef der Reisegruppe?“, wurde Dr. Beier an der Kasse im tschechischen Becov (Foto: Burg und Schloss) gefragt. Seine Antwort: „Noch bin ich Chef, aber wenn das so weitergeht, dann werde ich heute noch gesteinigt.“ Hintergrund: Die Heimatfreunde aus Werdau und Crimmitschau haben in den letzten rund dreißig Jahren viele erstklassige Reiseziele der näheren Umgebung besucht. Um den hohen Anspruch zu halten, führten die Jahresausfahrten zuletzt immer weiter weg. Dieses Jahr ging sie am 27. August 2022 nach Tschechien in den Kaiserwald. Dort gibt es das Kloster Teplá und die Burg Becov. Die Anreise dauerte allerdings etwa vier Stunden, und der steile Aufstieg zur Burg brachte manches ältere Vereinsmitglied an die Leistungsgrenze, zumal gerade ein Regenschauer niederging.

Entschädigt wurden die Teilnehmenden zuerst durch die Besichtigung der Park- und Klosteranlage von Teplá (Stift Tepl/Foto) 40 Kilometer südlich von Karlsbad.

Tepl

Das Kloster wurde um 1200 als Prämonstratenser-Kloster gegründet. Von etwas 1400 bis 1945 standen Kloster und Umland unter deutschem Einfluss (deutsche Kolonisation...) und erlebten manche Blütezeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der Deutschen begann ein Niedergang der Klosteranlage. Erst seit Ende der 1980er-Jahre wurde diese Entwicklung aufgehalten und es fanden und finden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen statt.

Die Besucher beeindruckt neben der weitläufigen Klosteranlage mit ihren vielen Gebäuden vor allem die Klosterkirche. Diese wird gerade im Altarbereich restauriert. Sie wirkt durch ihre farbige Gestaltung und bildhauerische Fülle. Als nationale kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeit gilt die Bibliothek des Klosters (Foto). Sie ist im opulenten Stil des Neobarock mit vielen Holzschnitzereien und einem großen Deckengemälde gestaltet und in jedem Falle etwas fürs Auge.

Bibo

Nur wenige Kilometer entfernt liegen Burg und Schloss Becov. Die meisten haben noch nie etwas davon gehört. Deshalb wissen sie auch nicht, dass dort das größte Kulturgut Tsche-chiens nach den Böhmischen Kronjuwelen zu besichtigen ist: der Sankt-Maurus-Schrein (Fotoverbot...).

Dieser Reliquienschrein hat einen hölzernen Kern, der rundum vollständig verziert ist mit vergoldetem Silberblech, mit Statuen und Reliefs, mit Edelsteinen und Filigranarbeiten. Auf der Burg wird er in einem dunklen Zimmer hell angestrahlt, sodass das viele Gold maximal zur Geltung kommt und die meisten Betrachter überwältigt sind. In seinem Inneren liegen über 1000 Jahre alte Knochen, der Legende nach von Heiligen, unter anderem von Heiligen Maurus. Der ist nicht der Heilige Mauritius. Es lohnt sich, dazu mal etwas nachzuforschen. Der Schrein war über 30 Jahre auf der Burg versteckt. Seine Wiederentdeckung ist eine faszinierende Geschichte, die Sie unter https://deutsch.radio.cz/das-reliquiar-des-heiligen-maurus-ein-kriminalfall-mit-happy-end-8568494 nachlesen können.

Für alle Heimatfreunde war es eine anspruchsvolle Ausfahrt. Wir waren lange unterwegs, konnten viel erkunden und Neues erfahren. Auch in Bezug auf die tschechische Gastronomie, die viele von uns etwas romantischer in Erinnerung hatten...

Zum Schluss gilt unser Gruß den Heimatfreunden aus Werdau, mit denen wir unterwegs waren. Ein großes Dankeschön geht an Herrn Olaf Wendler am Steuer des Busses sowie an Herrn Dr. Beier, der alles geplant und organisiert hat!

Matthias Jahn

Heimatverein Crimmitschau


Unser Treffen im Schloss Schweinsburg

Die Fachgruppe Heimatgeschichte des Heimatvereins besichtigte am 21. Juli 2022  das Schloss Schweinsburg, von dem wahrscheinlich im 12. Jahrhundert die Gründung der Siedlung Crimmitschau ausging. Damit gilt das Schloss als die „Wiege Crimmitschaus“.

Zuerst einige Ausführungen zur Historie: Um das Jahr 1000 herum entstand auf dem Gelände vermutlich eine Burganlage. 1222 wurde diese Burg und die Stadt Crimmitschau erstmals urkundlich erwähnt. Achtung! Diese Erwähnung beinhaltet nicht das Stadtrecht! Dieses wurde Crimmitschau erst 1414 verliehen. Das Schloss Schweinsburg erlebte in seiner langen Geschichte viele Veränderungen – diese hier alle aufzuzählen, würde den Rahmen des Beitrages sprengen. Einige markante Daten möchte ich aber dem geneigten Leser nicht vorenthalten. 1499 war die erste Erwähnung des Namens „Schweinsburg“, der Grund war ein hoher Bestand an Wildschweinen. 1642 bis 1721 beherbergte das Schloss die reiche und mächtige königliche Familie von Bose. 1721 wurde das Oberschloss im Barockstil erweitert. Im Jahre 1900 war die Errichtung einer Majolika (Keramik) Manufaktur, welche aber nur bis 1906 produzierte. 1914 bis 1916 war das Schloss ein Genesungsheim (Krankenhaus) für Soldaten des 1. Weltkrieges. Am 30. Juni 1946 wurden die letzte Besitzer, die Familie Wolf, enteignet, danach wurde es als Parteischule der SED „Julius Motteler“ genutzt. 1995 wurden die Gebäude durch das Kolping Bildungswerk Sachsen e.V.  gekauft, welches den Ausbau zu einer Tagungsstätte plante. 1998 erfolgte die Renovierung, Ausbau und Modernisierung zu dem heutigen sehr modernen und noblen Hotelkomplex. Die Insolvenz des Bildungswerkes im Jahr 2000 brachte einige an den Baumaßnahmen beteiligten örtlichen Handwerker in große finanzielle Schwierigkeiten.

Obwohl ich bereits sechs Jahrzehnte Crimmitschau bewohne, war ich vor dem Treffen noch nie in diesem Schloss gewesen. Von außen eher unscheinbar, im Inneren einfach exklusive Klasse! Dies hatte ich so nicht erwartet! Die Führung durch das Schloss begann mit einem durch Bilder unterlegten Vortrag von Herrn Rudolf Neumerkel, ein Mann mit hoher Expertise zu diesem Gebäude. Gehalten wurde der Vortrag im Europasaal, mich als Handwerker und Techniker faszinierten hier handwerkliche und technische Details, die von einem Hang zur Perfektion zeugen. Wir erfuhren von Herrn Neumerkel, dass von den ursprünglich drei Glocken nur noch eine existiert, diese hängt in der Crimmitschauer Friedhofskapelle (hat der Heimatverein auch schon besichtigt). Ein bis etwa 1946 existierender Teich ist jetzt eine Schrebergartenanlage. Auf dem Gelände befinden sich allerdings ein weiterer Naturteich und ein künstlich angelegtes recht großes Wasserbecken im barocken Garten des Schlosses.

Nach dem Vortrag besichtigten wir diverse Räumlichkeiten, darunter auch den Dachboden, und erfuhren so „ganz nebenbei“, dass es eine Schlosskapelle gab, welche von der SED-Parteischule als Sportraum genutzt wurde und heute einen Seminarraum beherbergt. Der Rittersaal, ein exklusiver Speiseraum, war der nächste Punkt in der Führung. Neben dem Rittersaal war die frühere Schlosskirche, bitte nicht mit der Schlosskapelle verwechseln. Zum Schluss des Rundgangs wurde die damalige Bibliothek besichtigt, dieser Raum erfüllt heute mit gediegenen Mobiliar eher Repräsentationszwecke.

Abschließend bedankte sich unser 1. Vorsitzender Matthias Jahn mit einer kurzen Ansprache bei Herrn Neumerkel für seine tiefgründige Vermittlung von Daten und Fakten zum Schloss. Wie immer wurde vom Vereinskamerad Holm Schädel unsere Besichtigung fotografisch begleitet.

Nach dem Rundgang trafen sich die Teilnehmer zu einem Imbiss im Schlosshof der Unterburg.

Am 27. August findet unsere jährliche Ausfahrt (ausgebucht) statt, dieses Jahr geht es nach Tschechien. Im September ist ein Heimatabend geplant.

Uwe Griebsch

Rungang um das Schloss

Die Teilnehmer beim Rundgang um das Schloss


Unser "Stammtisch" besucht die Rudelswalder Kirche

Ein weiteres Treffen der Fachgruppe Heimatgeschichte des Heimatvereins fand am 23. Juni 2022, wie fast immer, an einem Donnerstag statt: Die St. Katharinenkirche von Rudelswalde, einem Ortsteil von Crimmitschau, war unser Ziel.

Durch die Kirche und (natürlich) auch durch ihre Geschichte wurden wir von Helge Klemm, passend als Mönch gekleidet, in Begleitung seines Enkels geführt. Nach einigen Worten zur Begrüßung durch Holger Norden ging es los, … wir tauchten ein in die 210jährige Geschichte dieser kleinen, aber schicken Kirche. Ursprünglich war auf dem Gelände der Friedhof angelegt, welcher allerdings schon vor sehr langer Zeit aus Platzgründen (Pest) an den Rand des Ortes verlegt werden musste. Die heutige St. Katharinenkirche wurde in den Jahren 1811/12 erbaut und erhielt im Jahr 1861 eine Orgel des Orgelbaumeisters Christoph Opitz mit 8 Registern. Im Jahr 2000 wurde diese in ihrem Äußeren restauriert und 2005 konnten die Pfeifen erneuert werden; von ihrem wundervollen Klang konnten wir uns bei einer kurzen Vorführung durch Herrn Leupold überzeugen. Die Empore entstand in ihrer jetzigen Form 1830 und wurde gleichfalls im Jahr 2000 restauriert. Das Chorgestühl ist im Stil des „Bauernbarock“ gefertigt. Die geschmiedete Eingangstür zum Gelände und die kunstvolle Holztür zur Kirche waren die Meisterstücke örtlicher Handwerksmeister, welche optisch und technisch ganze Arbeit geleistet haben. Zu erwähnen sei, dass diese Kirche keinen Turm im allgemeinen Sinn besitzt, sondern einen sogenannten Dachreiter, welcher die Glocke beherbergt. Selbstredend besuchten wir auch den Dachboden, von dem aus die Glocke sichtbar ist. Wie so viele Glocken muss auch diese restauriert bzw. ersetzt werden. Ein kostspieliges Unterfangen, wofür derzeit Spenden gesammelt werden. Aus Gründen der Statik kann nur noch eine Glocke montiert werden. Gleichfalls aus statischen Gründen darf auch die jetzige Glocke nicht mehr geläutet werden. Für die Glocke und die Erneuerung der tragenden Elemente werden bis zu 60.000 Euro benötigt. Ein „Anzeiger“ zur derzeitigen Höhe der eingegangenen Spenden befindet sich vor der Kirche. Für mich als Techniker war es spannend, einen Blick auf die alte Schalttafel auf dem Dachboden zu werfen. Ich erkannte einzelne Teile wie Schützen und Zeitschalteinheiten aus tiefsten DDR-Zeiten wieder.

Heimatverein übergibt Spende für die neue Glocke

Übergabe Spende

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Abschluss wurde Herrn Leupold vom Kirchenvorstand eine Spende des Heimatvereins in Höhe von 100 Euro für die neue Glocke avisiert – symbolisch von unserem Vorsitzenden, Matthias Jahn, überreicht durch einen „Scheck“. Fotografisch dokumentiert wurde unser Besuch vom Vereinsfotografen Holm Schädel. Eine kurze Dankesrede von Holger Norden an Helge Klemm für seine äußerst informativen und detaillierten Ausführungen beendete Teil 1 des Treffens. Teil 2, die Gesprächsrunde, fand im benachbarten Regenbogenhof statt.

Wie immer zum Abschluss: Wer Interesse hat, sich im Verein einzubringen, kann sich über das Kontaktformular auf der Homepage bei uns melden.

Uwe Griebsch


Verdienstvolle Sängerin feierte ihren 85. Geburtstag - der Verein gratuliert!

Am 18. Juni hatte der Vorstand des Vereins wieder eine angenehme Aufgabe zu erfüllen: Eines der verdienstvollsten Mitglieder des Vereins und des Sahntalchores, Frau Renate Henke, beging ihren 85. Geburtstag. Der 1. Vorsitzende, Matthias Jahn, und Schriftführer Holger Norden waren bei der Jubilarin und überbrachten die herzlichsten Glückwünsche des Vorstandes und der Mitglieder und natürlich einen angemessenen Strauß Blumen. Frau Henke singt zwar nicht mehr im Sahntalchor, den es ja seit letztem Jahr nicht mehr gibt, sie ist aber immer noch diesbezüglich aktiv im Großen Chor der Kantorei St. Laurentius-Luther. Wir wünschen ihr weiterhin frohes Schaffen, viel Gesundheit, eine glockenhelle Stimme und viel Freude am Singen!R.Henke 85. Geb.


Vorstand berät über die nächsten Termine

Auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Vorstand die nächsten Aktionen des Vereins beschlossen, die hiermit für alle Mitglieder (und Interessenten) zugänglich gemacht werden sollen:

  • Die Ausfahrt am 27. August wurde ja schon (untenstehend) beworben.
  • Die Mitgliederversammlung wird in diesem Jahr am Mittwoch, dem 12. Oktober, stattfinden.
  • Es soll auch wieder eine Vereinsweihnachtsfeier geben, in diesem Jahr in unserem "Vereinsrestaurant" Carpe Diem, und zwar am 9. Dezember.
  • Die beiden nächsten Stammtische finden am 23. Juni - Besichtigung der Kirche Rudelswalde - und am 21. Juli - Besichtigung Schloss Schweinsburg - statt.

Wir bitten unsere Mitglieder, sich diese Termine schon einmal in ihren Kalender einzutragen. Gesonderte Einladungen mit den genauen Informationen erfolgen dann zu gegebener Zeit.

Lutz Hanzig, 2. Vorsitzender, im Namen des Vorstandes


Das Schulhaus Lindenstraße 6 vor 1934

Rückblick auf unser Frühlingsfest – und Vorschau auf unsere Ausfahrt

Am 20. Mai fand nun endlich die „Ersatzveranstaltung“ für unsere ausgefallene Weihnachtsfeier statt – sogar mit heimatgeschichtlichem Bezug. Denn am Tag zuvor war es genau 125 Jahre her, dass das Schulgebäude in der Lindenstraße 6 eingeweiht worden war. Aus diesem Anlass hatte sich der Verein von der Schule einladen lassen und Mitgliedern und Partnern für das heutige Haus Lindenstraße des Julius-Motteler-Gymnasiums Einblicke in das altehrwürdige Haus ermöglicht. Einführende Worte zum Beginn des Treffens hielte die Schulleiterin, Frau Katrin Penzel. Lutz Hanzig, 2. Vorsitzender des Vereins und selbst Lehrer für Kunst und Geschichte am Gymnasium, führte die Gäste durch das Haus. Vom Direktorat über die Fachkabinette bis hin zur Aula stand den Besuchern das Haus offen, Lutz Hanzig war wiederum für unsere Fragen offen … So konnte ich mich über die Regelungen betreffs der Schulliteratur und über die Gestattung von CAS (Computer Algebra System) während der Prüfungen informieren.

Haus Lindenstraße ist „kreidefreie“ Schule

Das Haus verfügt komplett über voll digitale „Tafeln“, eine uralte (letzte) Kreidetafel wird noch in der Aula benutzt, welche das charmante Flair dieses Raumes unterstreicht. Die enormen Möglichkeiten digitaler Schultafeln wurden uns von Lutz Hanzig zum Abschluss der Führung demonstriert – echt beeindruckend: Großbildschirm, Internet, fast unbegrenzte „Zeichenfläche“, elektronische Zeichenmöglichkeiten, Vernetzung mit der IT der Schule … Im Prinzip ist eine moderne digitale Schultafel ein Tablett-PC in enormer Größe.

Abschließend hielt unser 1. Vorsitzender, Matthias Jahn, gleichfalls Pädagoge am Haus (Deutsch und Geschichte), einen kurzen Vortrag zur Geschichte dieser Schule, natürlich illustriert mit digitalen Fotos, präsentiert auf der digitalen Tafel. Vom Grundansatz her war diese Einrichtung schon immer etwas Besonderes, was sich z.B. darin zeigt, dass hier im Schuljahr 1915/16 lediglich 200 Schüler – und die ersten drei Mädchen (!) – unterrichtet wurden. Dazu muss gesagt werden, dass zu diesem Zeitpunkt in allen anderen sechs Schulen der Stadt zusammen etwa 4000 Schüler unterrichtet wurden. Heute, im Jahr 2022, absolvieren ca. 500 Schülerinnen und Schüler den höheren Bildungsweg, unterrichtet von 38 Lehrerinnen und 11 Lehrern. Kleine Anmerkung: Geschichtlich wurde Crimmitschau vor genau 800 Jahren, also 1222 erstmals erwähnt, und bereits 1472 findet sich die erste Erwähnung einer Schule in der Stadt.

Gemütliches Beisammensein zum Abschluss

Fazit: Eine in allen Punkten gelungene Führung, die das Wissen der Anwesenden bereicherte. Zum Thema „Wissen“ sei noch Pastor Schinck, welcher die Schule am 19. Mai 1897 weihte, zitiert, er meinte, „dass die Macht des Wissens nicht überschätzt werden sollte, und ein Tropfen des christlichen Glaubens ist besser als ein Meer von Wissen“.

Die Anwesenden glaubten, trotz gegenteiliger Prognose, an gutes Wetter, und wurden belohnt, denn der Abschluss des Treffens fand im Hof des Hauses mit Rostern und Getränken statt – und zwar trocken!

Unsere Jahresausfahrt geht in die Tschechische Republik

Abschließend ein organisatorischer Hinweis: Der Verein führt am Samstag, dem 27. August,  seine traditionelle Ausfahrt durch, diesmal in die Tschechische Republik. Besichtigt werden das Kloster Tepla bei Marienbad und die Burg Becov. Der Unkostenbeitrag beträgt 47 Euro (Bus und Eintrittsgelder), die Anmeldung kann telefonisch erfolgen bei Holger Norden (03762 / 5053) oder Matthias Jahn (03762 / 47021).

Uwe Griebsch


Stammtisch zum Thema „Crimmitschau 1543“

Nach langer, Corona bedingter Pause  fand am Donnerstag, dem 21. April 2022, wieder ein reguläres Treffen des Heimatvereins statt. 18 Mitglieder und Gäste verfolgten aufmerksam den Vortrag unseres Vorsitzenden, Matthias Jahn, über Crimmitschau um 1543. Eine kleine private Anmerkung von mir: Als Fan des Mittelalters und seit vielen Jahren fachlich an dieser Epoche interessiert, freute ich mich schon im Voraus auf diesen Vortrag. Die Epoche um 1500 gilt als Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit.

Der Vortrag „Die Stadt und ihre Einwohner um 1543“ beleuchtete mit Grafiken, Texten und lebendigen Worten das Leben in Crimmitschau in dieser Epoche. Faszinierend, welche Details zusammengetragen wurden! Grundlage waren uralte Kirchenbücher, Chroniken und Stadtbücher, die es auch nach fast 500 Jahren noch ermöglichen, sich ein brauchbar realistisches Bild über die Stadt zu dieser Zeit zu verschaffen. So lässt sich relativ sicher belegen, dass es um 1500 weder Straßennahmen noch Hausnummern gegeben hat. Über diese Eigenheit konnte ich mit meinem Wissen über das Mittelalter Informationen beisteuern. Weiterhin wurde eine Reproduktion des vermutlich ältesten Bildes über Crimmitschau von 1724 gezeigt. Matthias Jahn errechnete über vergleichende Betrachtungen für die damalige Zeit eine Einwohneranzahl von ca. 800 bis 900 Menschen – „Crimmsche“ war also damals noch recht übersichtlich…  Nach dem Vortrag kam es zu einem lockeren, aber regen Austausch zum Thema.

Zum Schluss noch der Hinweis: An der Arbeit des Heimatvereins Interessierte können über den Menüpunkt „Kontakt“ auf unserer Internetseite Verbindung mit dem Verein aufnehmen.   

Uwe Griebsch


Die Vereinsarbeit beginnt wieder - mit einem positiven Ereignis

Am 18. Februar beging Bernd Eger, langjähriges, verdienstvolles Mitglied, als Obmann des Sahntalchores auch lange Jahre Mitglied im Vereinsvorstand, seinen 75. Geburtstag! Der Vorstand gratulierte recht herzlich, überbrachte die besten Wünsche und ein kleines Präsent. Wir wünschen Bernd Eger alles Gute, vor allem Gesundheit, und hoffen auch weiterhin auf seine tatkräftige und lustige Unterstützung von Vereinsfeiern und -veranstaltungen!

Bernd Eger 70

Liebe Mitglieder,

gerne denke ich an unsere Jubiläumsveranstaltung vom Oktober zurück. Gemeinsam haben wir mit Fotos und Erinnerungen auf die letzten Jahre und Jahrzehnte im Heimatverein zurückgeschaut. Mit Blick auf die Infektionszahlen damals und heute können wir sagen: Wir haben im Oktober alles richtig gemacht!

In diesen Tagen vor Weihnachten sehnen wir uns danach, Familie und Freunde zu treffen und Weihnachten 2021 wie früher zu feiern.

Eine Vereinsweihnachtsfeier wäre schön.

An dieser Feier könnten aber unsere ungeimpften Mitglieder nicht teilnehmen und vor dem Hintergrund der hohen Ansteckungsraten ist sie auch gar nicht mehr zu verantworten. Wir müssen also bis auf weiteres wieder unsere Vereinsaktivitäten einschränken.

Dafür wollen wir Sie im Frühjahr mit einer kleinen Exkursion und einem gemütlichen Beisammensein im Anschluss entschädigen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie trotz der düsteren Meldungen der vergangenen und kommenden Tage eine schöne Weihnachtszeit haben und gesund ins neue Jahr kommen!

Matthias Jahn im Namen des Vorstandes

Crimmitschau, den 4. Dezember 2021


Keine Weihnachtsfeiern, keine weiteren Veranstaltungen bis auf Weiteres!

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Heimatfreunde! Was sich in den letzten Tagen abzeichnete, ist nun traurige Gewissheit geworden: Nach der neuen Sächsischen Corona-Schutzverordnung (gültig von 22.11. bis 12.12.2021) werden alle Veranstaltungen untersagt. Das bedeutet, dass auch die Weihnachtsfeiern des Vereins und des Chores in diesem Jahr ausfallen werden. Das bedauern wir sehr. Wir haben aber bereits eine Ersatz-Veranstaltung "im Auge", die wir im Frühjahr durchführen werden, erste Planungen laufen bereits.

Wir hoffen, diese dann unter besseren Bedingungen durchführen zu können. Bis dahin wünschen wir allen Heimatfreunden alles Gute, vor allem Gesundheit, und auch schon einen friedvollen Advent, gesegnete Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

Der Vorstand


Die Karthause - der letzte Stammtisch des Jahres

Kurz vor dem Corona bedingten erneuten Ende der Kultur- und damit auch der Vereinsarbeit gab es am 18. November noch einen Stammtisch der AG Heimatgeschichte des Heimatvereins. Heimatfreund Rudolf Neumerkel, auch Gründer und Mitglied des Heimatvereins Neukirchen, stellte seine Forschungen zum Kloster Karthause in Neukirchen vor. Das Kloster, das zwar seit der Reformation nicht mehr existiert, aber immer noch fester Bestandteil der Geschichte Neukirchens ist, würde nämlich im nächsten Jahr sein 800-jähriges Bestehen feiern. Seinen Vortrag hatte er mit zahlreichen Fotos illustriert. Vom Kloster selbst gibt es zwar keine authentischen Abbildungen, eine fiktive, der originalen Bausubstanz wahrscheinlich nachempfundene existiert aber als Teil des „Stammbaumes der Karthäuserklöster“, einem Tryptichon von 1510. Auf diesem Stammbaum sind alle Ordenshäuser des Karthäuserordens bildhaft dargestellt. Der Stammbaum befindet sich im Original im Deutschen Nationalmuseum Nürnberg (Abb.).

Karthause

Die meisten seiner Fotos zeigten die heute noch vorhandenen Reste der Klostermauer,  Gebäude des nachfolgenden Rittergutes aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Gebäude, die heute auf dem Gelände stehen, auf denen sich einst das Kloster befand. Anhand der Bilder konnten sich die Heimatfreunde eine gute Vorstellung von der Größe und Lage des Klosters machen.

Einen Text mit den historischen Fakten rund um das Kloster Karthause finden Sie auf unserer Homepage unter der Rubrik „Neue Historie“.


Was von früher übrig geblieben ist, soll erhalten werden

Jahreshauptversammlung des Heimatvereins

Am 13. Oktober fand die Jahreshauptversammlung des Vereins statt, bei der ein neuer Vorstand gewählt und das 30-jährige Bestehen des Vereins gefeiert wurde. Es gab natürlich ein Hygienekonzept, um die 3-G-Regel einhalten zu können, hatte der Verein sogar Corona-Schnelltests organisiert.

Der 2. Vorsitzende, Matthias Jahn, begrüßte zu Beginn alle Mitglieder und Gäste und erinnerte an die in den zurückliegenden drei Jahren verstorbenen Mitglieder. Unser erster, langjähriger und verdienstvoller Vorsitzender, Heinrich Otto, verstorben Ende letzten Jahres, wurde mit einem kurzen Film geehrt, in dem auch seine beiden Kompositionen, die Crimmitschau-Fanfare und das Crimmitschau-Lied, erklangen. Dabei wurde es sehr emotional, als die anwesenden Mitglieder „seines“ Sahntalchores den Text leise mitsangen.

Nach einem kurzen Rückblick auf die Arbeit des Vereins seit den letzten Wahlen 2018, den Matthias Jahn gab („Von 29 Monaten gab es 15 wegen Corona keine Veranstaltungen, die Weihnachtsfeier 2020 und die Ausfahrt 2021 mussten ausfallen. Trotzdem lief die Arbeit weiter, so fanden in diesem Jahr wieder Stammtische statt und die technische Ausstattung des Vereins wurde aufgerüstet“), kam die Wahl des neuen Vorstandes. Susann Quietzsch, Bernd Eger und Dr. Christian Richter stellten sich nicht wieder zur Wahl, ihnen dankte Matthias Jahn für ihre geleistete Arbeit. Die Wahl selber fiel dann recht kurz (und einstimmig) aus, da es für alle Ämter nur jeweils einen Kandidaten gab. Neuer 1. Vorsitzender ist Matthias Jahn, sein Stellvertreter Lutz Hanzig, Schatzmeister André Schröter und Schriftführer weiter Holger Norden. Als Beisitzer wurde Harald Rabe wiedergewählt, Revisoren sind Frau Dr. Anke Jahn und Günter Wyrwich.

Der neugewählte 1. Vorsitzende gab danach einen kurzen Ausblick auf die Schwerpunkte der künftigen Vereinsarbeit. Sowohl seine als auch die Aufgabe des Vereins brachte er in einem kurzen, griffigen Slogan unter: „Was von früher übrig geblieben ist, soll erhalten werden!“ Traditionelles werde weitergeführt (z.B. Stammtische, Ausfahrten und Weihnachtsfeier – die diesjährige kündigte er für den 3. Dezember an), man sei auch offen für Neues („besonders für neue, junge Mitglieder“) und die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Textilmuseum solle vertieft werden.

Nach einer kurzen Pause und einem kleinen Imbiss begann der 2. Teil der Veranstaltung. In kleinem Rahmen wurde das Jubiläum „30 Jahre Heimatverein“ gefeiert. Mitglieder und Gäste stießen mit einem Glas Sekt darauf an. Oberbürgermeister André Raphael, selbst Mitglied im Verein, würdigte die Arbeit des Vereins seit seiner Gründung und seine Bedeutung für das kulturelle Leben der Stadt. Drei verdienstvolle Mitglieder wurden für ihre Arbeit in den zurückliegenden Jahren geehrt: Ursel Otto für ihren unermüdlichen Einsatz „hinter den Kulissen“ des Vereins und dafür, dass sie ihrem Mann für seine Arbeit als Vorsitzender stets „den Rücken frei gehalten hat“. Dr. Hans-Jürgen Beier, der als Vertreter des Museumsvereins Werdau zu den Gästen gehörte, für seine Arbeit bei der Organisation der Ausfahrten des Vereins, und Lutz Hanzig als letztes im Verein verbliebenes Gründungsmitglied und für seinen Einsatz bei der Außendarstellung des Vereins.

Lutz Hanzig bestritt dann auch den letzten Teil des Abends – auf kurzweilige und amüsante Art führte er mit einem Lichtbildervortrag noch einmal durch 30 Jahre Vereinsgeschichte. Darin spielten nicht nur die zahlreichen Verdienste des Vereins eine Rolle, auch der Spaß kam dabei nicht zu kurz. Viele Mitglieder trugen mit dazu bei, indem sie ihre eigenen Erinnerungen zu den Bildern einbrachten. „Alles in allem eine gelungene Veranstaltung“ war die einhellige Meinung der Anwesenden, die Hoffnung für die Zukunft des Vereins mache.

Der neue Vorstand möchte sich noch einmal bei Allen bedanken, die tatkräftigen Anteil an der Durchführung der Jahreshauptversammlung hatten.

Der neue Vorstand
Der neue Vorstand: Holger Norden, Matthias Jahn, Lutz Hanzig und André Schröter

Arbeitsgruppe Heimatgeschichte nimmt Arbeit wieder auf

Anfang Juli fand nach langer Zeit das erste Treffen der Arbeitsgruppe Heimatgeschichte im Jahr 2021 statt.

Zu Beginn wurde des verstorbenen Vorsitzenden Heinrich Otto mit einer Videodokumentation gedacht. Sein Tod stellt für den Verein einen großen Verlust, menschlich und fachlich, dar. Wir werden sein Werk in Ehren fortsetzen!

Als Gast wurde Günter Ebersbach begrüßt, dem für seine interessanten Ausführungen gedankt sei!

Ein Thema des Treffens war das Bleiglasfensters der Kapelle von Schloss Schweinsburg, das lange Zeit es als verschollen galt. Nach umfangreichen Recherchen konnte es im Fundus der Städtischen Sammlungen wiedergefunden werden.

Außerdem wurde anhand von Bildmaterial, welches Holm Schädel zeigte, die Historie des ehemaligen Turnvereins Wahlen, der einen eigenen Sportplatz zwischen Neukirchen und Rudelswalde besaß (der noch heute existiert), dargestellt, soweit das noch möglich war.

Weiterhin gelang es den Standort der Gärtnerei Wilhelm Stolles recht genau zu lokalisieren. Anhand verschiedener Fotodokumente kamen die Heimatfreunde zum Schluss, dass es sich um die spätere Gärtnerei Kämpfe handeln muss.

Wilhelm Stolle, gebürtiger Frankenhausener, war zusammen mit Julius Motteler im Jahre 1870 Herausgeber der ersten sozialdemokratischen Tageszeitung Deutschlands, des „Crimmitschauer Bürger- und Bauernfreund“.

Das Vereinsmitglied Rudolf Neumerkel brachte Vorschläge für Themen kommender Arbeitsgruppentreffen ein.

Beschlossen wurde auch, den Kontakt zu den befreundeten Vereinen wieder aufzunehmen bzw. zu erweitern.

Verein bittet um Unterstützung aus der Bevölkerung!

Ein heiß diskutiertes Thema des Abends war die Farbigkeit des Crimmitschauer Stadtwappens, die in der langen Zeit des Bestehens der Stadt mehrfach wechselte, z.B. zwischen Rot und Grün. Deshalb sucht der Heimatverein Dokumente oder Bildmaterial zur Farbgestaltung des Wappens von Crimmitschau aus der Zeit von vor 1896. Wir sind für jeden Hinweis dankbar! Kontaktmöglichkeit: über die Homepage.

Mit diesem Treffen verabschiedet sich der Verein in die Sommerpause.

Uwe Griebsch


Liebe Heimatfreunde und Freunde des Heimatvereins! Wir haben eine neue Adresse!

Die Postanschrift des Heimatvereins ist ab sofort Leipziger Straße 125, 08451 Crimmitschau (das ist die Adresse der Tuchfabrik Gebr. Pfau)

Halten Sie uns die Treue und bleiben Sie schön negativ!

Der Vorstand


In stiller Trauer nehmen wir Abschied von unserem Vorsitzenden, Herrn

Heinrich Otto

Träger der David-Friedrich-Oehler-Medaille

geboren am 3. Februar 1937, gestorben am 29. Dezember 2020.

Heinrich Otto war ein ausgewiesener Kenner unserer Stadtgeschichte, ebenso ein Musikfreund und jemand, der auf andere Menschen zugehen und sie begeistern konnte.

Ihm gelang es, unter dem Dach des Vereins nicht nur geschichtlich Interessierte zu versammeln, sondern auch eine Gruppe von Münzfreunden sowie die sangesfreudigen Mitglieder des Sahntalchores. Fast 30 Jahre hat er den Verein gleitet!

Durch seine Vorträge zur Stadtgeschichte und die zahlreichen Auftritte des Sahntalchores  bereicherte Heinrich Otto das kulturelle Leben der Stadt.

Er komponierte ein Crimmitschau-Lied, einen Festmarsch, eine Festfanfanfahre und arrangierte Lieder für das Glockenspiel im Rathausturm.

Aus Verbundenheit zu seiner Heimat setzte er sich für die  die Erhaltung von Sachzeugnissen aus der Vergangenheit ein. Auf seine Initiative hin wurde 1997 der Fundus des Städtischen Museums nicht aufgelöst, sondern in Gebäuden der Tuchfabrik Gebr. Pfau gelagert und dort unter seiner Leitung betreut. Daraus entstand eine Ausstellung zur Heimatgeschichte (2009-2019). 2013/14 war Heinrich Otto Mitautor der zweibändigen Stadtchronik. Zuletzt erwirkte er die Erhaltung des großen Sandstein-Emblems der Firma Kettling und Braun und deren Aufstellung auf dem Gelände der Tuchfabrik.

Gute Beziehungen zu anderen Vereinen waren ihm wichtig. So pflegte Heinrich Otto vor allem Kontakte zu den Heimatvereinen von Werdau und Neukirchen sowie zum Förderverein des Textilmuseums, aber auch zu anderen Chören und zu Vertretern der Partnerstädte.

2008 wurde er für sein umfangreiches, langjähriges und ehrenamtliches  Engagement als dritter Crimmitschauer mit der David-Friedrich-Oehler-Medaille geehrt.

Wir werden unser Wirken in seinem Sinne fortsetzen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Der Vorstand im Namen aller Mitglieder


Ein Besuch der St. Johanniskirche Crimmitschau

Am 1. Oktober 2020 besuchte die Arbeitsgruppe Heimatgeschichte des Heimatvereins Crimmitschau die St. Johanniskirche.

Die Führung wurde geleitet von Frau Pfarrerin Suarez und Herrn Pfarrer Suarez, die sich trotz eines vollen Terminkalenders die Zeit genommen hatten, uns fast zwei Stunden durch die Gewölbe der Kirche zu führen. Wer von uns glaubte, schon ein umfangreiches Wissen zur St. Johanneskirche zu besitzen, wurde eines Besseren belehrt – unser Pfarrerehepaar zeigte uns nicht nur durch faktisch jeden Raum der Kirche, wir bekamen auch eindrucksvolle Details vermittelt. An dieser Stelle bereits ein großes Dankeschön an das Pfarrerehepaar für ihren Einsatz!

Alle Details hier aufzuführen, würde den Rahmen dieses Berichtes deutlich überschreiten. Ein paar Eckdaten sollten aber eingeflochten werden: Baubeginn von St. Johannis war am 5. Oktober 1908, die Grundsteinlegung erfolgt wenig später am 22. Oktober. Bereits am 2. Advent 1910 wurde die Kirche geweiht, eine beeindruckend kurze Bauzeit! Direkt am Anschluss (sowohl örtlich als auch zeitlich) wurde das Pfarrhaus errichtet. Sowohl Kirche als auch Pfarrhaus sind komplett unterkellert, diese imposanten Kellerräume konnten wir gleichfalls besichtigen. Es ist schon erstaunlich, in diesen Kellerräumen zu stehen, wissend, darauf steht eine nicht gerade kleine Kirche. Die Statik stimmt offenbar, immerhin steht sie gut 110 Jahre stabil auf einem scheinbar recht schmalen Mauerwerk. Der Blick vom Turm, es war bestes Wetter, über Crimmitschau sollte im Rahmen von Führungen öfters möglich sein. In 46 m Höhe ist eine erhabene Sicht über die Stadt möglich – super für Fotos. Wer wollte konnte noch einige Meter höher steigen und sich einen tieferen Einblick in die Architektur des Turmes verschaffen. Die originalen Glocken der Kirche ereilte das Schicksaal fast aller Glocken, sie wurden für einen wahnsinnigen Krieg eingeschmolzen. 1919 erfolgte dann die Montage von 4 Glocken aus Stahl, die Materialwahl war auch den Folgen des Krieges geschuldet. Leider ist die gesamte Konstruktion des Glockenstuhles, gleichfalls aus Stahl, nicht der Statik des Gebäudes zugetan, es zeigen sich erste Risse im Mauerwerk des Turmes.

Blick vom Turm

Fortgang fand die Führung auf der Empore, wo eine Orgel der Gebrüder Jehmlich aus Dresden steht. Unser Vereinsvorsitzender, Herr Otto, gab ein kurzes Zeugnis sowohl vom Klang der Orgel als auch von seiner Fähigkeit, diese wohltuend zum Klingen bringen zu können. Das ist eine beachtliche Leistung, viele Menschen, ich gehöre dazu, wissen nicht einmal Sinn und Zweck der unzähligen Bedienelemente zu benennen.

Im Kirchenschiff erfolgten durch Frau Pfarrerin Suarez weitere Ausführungen, so zu den Figuren, die die Kanzel tragen - Textilarbeiterinnen, sehr ungewöhnlich für eine Kirche, aber eine Referenz an die Bürger der Stadt. Den Abschluss bildete die Besichtigung des Pfarrhauses, das für verschiedene Zwecke (Christenlehre, Seelsorge, Vorträge, Winterkirche) genutzt wird.

Mit einem Dank Herrn Ottos an das Pfarrerehepaar endete die Führung. Einen Dank auch an unser Mitglied Holm Schädel, welcher die Führung fotografisch dokumentierte.

Uwe Griebsch im Oktober 2020

Anmerkung: Hier finden Sie eine Fotostrecke zur Johanniskirche.


Jubilare geehrt

Im September und Oktober begingen zwei verdienstvolle Mitglieder des Vereins ihren 80. Geburtstag – Thomas Hänsel und Klaus Zietzsch (Foto). Beide gehören der Arbeitsgruppe Numismatik an. Verein und Vorstand gratulieren recht herzlich!

Klaus Zietzsch


200 000 Jahre in 12 Stunden

Die 2020er Ausfahrt des Heimatvereins                                                                  von Matthias Jahn

Er lebte vor rund 200 000 Jahren, der Europäische Waldelefant (auch: Eurasischer Altelefant) und war größer als heutige Elefanten. Seine Überreste wurden 1986 am heutigen Geiseltalsee (Sachsen-Anhalt) entdeckt. In einer Dauerausstellung in Pfännerhall bei Braunsbedra besichtigten die etwa 40 Teilnehmer der diesjährigen Vereinsausfahrt am 5. September die Rekonstruktion dieses imposanten Kolosses. Heimatfreunde aus Werdau und Crimmitschau waren diesmal gemeinsam unterwegs.